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VoIP Spam / SPIT

Die äußerst angenehme Möglichkeit, per VoIP (Voice over IP) gratis über das Internet zu telefonieren, und zwar weltweit, wird überschattet von SPIT, was soviel heißt wie Spam over IP Telefonie.

Diese unerfreuliche Erscheinung zeigt sich z. Bsp. so: Das Telefon läutet, aber an Statt eines Anrufers hört man eine Stimme vom Tonband, die über einen eindrucksvollen Gewinn informiert. Um diesen zu erhalten, müsse man den Anspruch anmelden, in dem man eine (selbstverständlich) gebührenpflichtige Rufnummer anwählt. Natürlich erhält man statt des beeindruckenden Gewinnes lediglich eine beeindruckend hohe Telefonrechnung. Eine weitere Spielart dieser Werbemasche ist der ungebetene Anruf irgendeines Call- Centers. Die Mitarbeiter erzählen uns hier mit blumigen Worten von bahnbrechend günstigen DSL-Tarifen, über einmalig innovative Lotto- Spielgemeinschaften, bis hin zum unschlagbar günstigen Buch- Abo.

Um dies noch zu toppen, erhält man auch Anrufe aus dem Ausland, die vorzugsweise zu den unmöglichsten Zeiten telefonieren. Das größere Problem ist hier noch, dass man rechtlich nichts gegen die Anrufer aus dem Ausland ausrichten kann.

Der SPIT- Anruf dient jedoch nicht nur lästigen, unangenehmen Werbeaktionen, nein, es kann richtig riskant werden, wenn der Urheber des Anrufes mittels Sprachcomputer versucht, sensible Daten aus dem Gesprächspartner heraus zu kitzeln. Das ist sozusagen die telefonische Variante des seit längerem bekannten „Phishing“ durch E-Mails. Da moderne Computersysteme fähig sind, minütlich Nachrichten auf nahezu tausend VoIP- Anschlüsse gleichzeitig zu legen, ist SPIT rein technisch ohne Weiteres möglich. Eine zusätzliche Gefahr bringen Hacker- Attacken für Bluetooth- oder Handy- Internetzugänge, da sie auf recht einfachem Weg Schad- und Spionageprogramme in Umlauf bringen. Bei der Internettelefonie macht es der Datenverkehr einem geübten Hacker sehr leicht, Viren oder Trojaner auf den fremden PC zu schleusen, bzw. ihn im schlimmsten Fall zu kapern und fremd zu steuern, oder mit einer so genannten „Denial of Service-Attack“ ganz lahm zu legen.

Um sich vor diesen Telefon-Angriffen zu schützen, sollte man natürlich auf stets aktuelle Virenscanner und Firewall achten. Zu beobachten sind nicht nur die eingehenden Daten, sondern auf jeden Fall auch die ausgehenden. Unbekannte Datenpaketanhänge werden erkannt, bzw. blockiert durch eine Art Einbruchs- Blockade, des „Intrusion- Prevention- Systems“. Außerdem kann man bei den VoIP- Einstellungen ein Zeitfenster für Anrufe einrichten, und kann somit zumindest die Anrufe aus Übersee eliminieren. Weiterhin kann man in den Einstellungen Anrufer und Rufnummern festlegen, von denen Anrufe gewünscht sind, was in der Praxis dann allerdings neue Probleme aufkommen lässt, weil ja nicht jeder „akzeptierte“ Anrufer erfasst werden kann. Bei Bluetooth- Handys ist noch zu überlegen, die Bluetooth-Funktion abzustellen und erst zu aktivieren, wenn man sie braucht.

Um eine technisch vollkommene Möglichkeit zu haben, SPIT abzuwehren, muss man noch einige Zeit warten, da die Entwicklung von leistungsfähigen SPIT- Filtern noch nicht genügend ausgereift ist. Dies gestaltet sich bei Sprachnachrichten um einiges schwerer als bei E-Mail-Filtern, da hier die Filterung anhand bestimmter Schlüsselwörter erfolgt. Dieses ist bei Sprachnachrichten nicht möglich, da z. Bsp. der Gesprächsinhalt unter das Fernmeldegeheimnis fällt. Aus diesem Grund laufen die Entwicklungen in die Richtung, dass man bestrebt ist, SPIT an Hand des Absenders und Länge der Nachrichten zu erkennen. Eine andere Richtung der Arbeiten läuft dahin, dass man Schwellen einbaut, an denen Sprachcomputer scheitern würden. Hier bietet sich an, zur Eingabe einer bestimmten Nummernfolge aufzufordern, noch ehe das Telefonat an den Empfänger weitergegeben wird, oder das so genannte „Greylisting“, da man davon ausgeht, dass die Mehrzahl der SPIT- Spammer nicht mehr als einmal anrufen. Bis diese Möglichkeiten jedoch vervollkommnet sind, wird noch einige Zeit vergehen und wir müssen noch einiges an SPIT ertragen.

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